Shishapangma 2013

Die Shisha Pangma, 8027 m (Breitengrad: 28.35°N, Längengrad: 85.78333°O) ist der „Kleinste“ der 14 Achttausender weltweit und damit der vierzehnt-höchste Berg der Erde. Über ihre genaue Höhe herrschen unterschiedliche Angaben zwischen 8027 und 8046 m vor. Neueste Vermessungen haben aber eine Höhe von 8027 m ergeben. Der Gipfel wurde 1964 von einer chinesischen Expedition als letzter Achttausender erstbestiegen. Der tibetische Name „Shi Sha Sbang Ma“ bedeutet „Der Kamm oberhalb der Gras bewachsenen Ebene“ und beschreibt genau die Ansicht, die sich dem Betrachter bei der Anfahrt aus dem Norden bietet. Auch der indische Name (Sanskrit) „Gosainthan“ ist gebräuchlich, der so viel bedeutet wie „Platz der Heiligen“. Allgemein hin wird die Shisha Pangma zu den eher einfacheren Achttausendern gezählt. Dennoch vereiteln oft starker Wind, kalte Temperaturen oder tiefer Schnee eine erfolgreiche Besteigung. Der Hauptgipfel, 8027 m, den ein langer exponierter und häufig stark überwechteter Grat vom Zentralgipfel, 8008 m, trennt, wird nur selten erreicht. Die Shisha Pangma liegt im Langtang-Himal (Himalaya) 30 km nördlich der chinesisch-nepalesischen Grenze und ist somit der einzige Achttausender, der vollständig auf chinesischem Territorium (im Autonomen Gebiet Tibet) liegt. Ihr Gipfel liegt ungefähr in der Mitte (ca. 90 km) zwischen Kathmandu und dem Fluss Tsangpo. Unser Ziel ist eine Begehung der klassischen Route der Erstbesteiger „by fair means“, ohne Hochträgerunterstützung oder Verwendung von künstlichem Sauerstoff. Wenn es die Verhältnisse zulassen, möchten wir eine vollständige Skibefahrung des Berges versuchen.

Galerie

Historie
Am 2. Mai 1964 setzten zehn chinesische Bergsteiger, Xu Jing, Zhang Jùnyán, Wáng Fùzhou, Wu Zongyuè, Chén San, Soinam Dorjê, Chéng Tianliàng, Migmar Zhaxi, Dorjê und Yún Deng im Rahmen einer Expedition, die 195 Teilnehmer aus China umfasste, den Fuß auf den letzten bis dahin unbestiegenen Achttausender. Am 18. Mai 1964 schlug das Team sein Basislager auf etwa 5000 m Höhe auf. Die Wetterbedingungen waren miserabel bei etwa 20° C unter Null. Mit dem Umfang der Expedition ist die Gruppe die bis dahin größte in der Geschichte des Himalaya-Bergsteigens. Etwa 19 Tonnen Gepäck mussten für die große Gruppe aus Bergsteigern, Graziologen, Geologen, Meteorologen, Kartographen und Höhenphysiologen ausreichen. Das Zeltlager war ein strenger rechteckiger Bau aus grünen 20-Mann-Zelten mit einem großen Filzzelt, das allen Teilnehmern gleichzeitig Platz bot und in dem Filmvorführungen und Versammlungen stattfanden. In kleineren Zelten waren Küche, Kantine, Radiostation, Hospital und Wetterstation untergebracht. Das ganze Camp war außerdem mit elektrischem Strom ausgestattet. Leiter der Expedition war Xu Jìng, „Meister des Bergsteigens“, der auch schon bei der Everest-Besteigung 1960 die stellvertretende Leitung übernahm.

Im Jahre 1980 wurde die Shisha Pangma zur Besteigung für ausländische Bergsteiger geöffnet. Zuvor hatten nur wenige west-liche Reisende den Berg aus der Nähe zu sehen bekommen. 1945/46 verschlug es die beiden österreichischen Bergsteiger Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter auf Ihrer Flucht vor der indischen Internierung nach Lhasa, auf ihrem Weg passierten sie die Shisha Pangma auf ihrer Nordseite. Erst der Schweizer Toni Hagen brachte 1952 ein Foto des Berges mit nach Europa zurück. Diese einmalige Gelegenheit nahm sogleich eine Expedition unter Günter Sturm, dem ersten Geschäftsführer des DAV Summit Club (1969 – 2003), wahr. Am 7. Mai um 14.15 Uhr erreichten Günter Sturm, Michl Dacher, Fritz Zintl und Dr. Wolfgang Schaffert nach lediglich 5 Stunden Gehzeit den Gipfel als erste westliche Alpinisten. Am 12. Mai gelang auch noch den Mannschaftsmitgliedern Sigi Hupfauer und Manfred Sturm der Gipfelerfolg. Auch heute noch ist die Route der Erstbesteiger der gängige Normalweg. Die Besteigung über die Südseite (Südwestwand) ist schwieriger, da diese wesentlich steiler ist. Erstmals konnte die Wand im Jahr 1982 von Doug Scott, Roger Baxter-Jones und Alex McIntyre durchstiegen werden.

Mittlerweile gibt es drei weitere Routen durch die Südwestwand sowie eine über den Südostgrat. Der Mittelgipfel wurde mittlerweile mehr als 750 Mal bestiegen, wobei nur bei etwa 50 Besteigungen die Traverse zum Hauptgipfel geschafft wurde. Beim Hauptgipfel wurden hingegen noch keine 300 Besteigungen (Stand 2008) gezählt. Der Westgipfel wurde erstmals im Jahr 1987 von Jerzy Kukuczka und Artur Hajzer während der Begehung des kompletten Westgrats bestiegen. Jean-Christophe Lafaille schaffte die erste Winterbesteigung im meteorologischen Winter am 11. Dezember 2004. Die erste Winterbesteigung im kalendarischen Winter gelang den Bergsteigern Simone Moro und Piotr Morawski am 15. Januar 2005. Die steile Südwand und die abweisende, wenn auch erheblich kürzere, Nordwand wird auch in Zukunft noch genügend Potential für alpinistische Herausforderungen bereit halten.
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Route
Die klassische Route ist der Weg der Erstbesteiger von Norden. Vom Fahrerlager (BC), 5000 m, muss zunächst mit Yaks, die das schwere Gepäck übernehmen, bis zum Vorgeschobenen Basislager, 5650 m (ABC), aufgestiegen werden. Der Weg nach Lager 1, 6350 m, ist noch leichtes Gehgelände, aber sehr lang. Daher wird üblicherweise auf halbem Weg (5900 m) zunächst ein Depot angelegt, bevor das C1 selbst errichtet wird. Die Etappe führt über den flachen Shishapangma-Gletscher bzw. dessen Seitenmoräne. Das Lager 2 steht in einem Gletscherkessel auf dem Shisha Pangma- Gletscher (Jebokangjale) in ca. 6950 m Höhe unter der steilen Nordwand im sogenannten „Korridor“.

Der Korridor wird auf ca. 7100 m durch eine sehr steile Flanke begrenzt (> 40°). Hier wird normalerweise von Ski/Schneeschuhen auf Steigeisen umgestiegen und erstere im Depot belassen. Am oberen Ende dieser 250 m hohen Steilflanke wird über kurze kombinierte Stellen Lager 3, ca. 7350 m erricht. Bei der Gipfeletappe (700 Höhenmeter) wird zunächst dem Grat zum Zentralgipfel gefolgt. Auf ca. 7700 m Höhe wird der Grat bei einem markanten Felsgendarmen verlassen und die Nordostflanke aufsteigend querend direkt der Hauptgipfel 8027m erreicht. Bei schlechten Bedingungen (v.a. Lawinengefahr) kann es vorkommen, dass der Hauptgipfel nur über den Zentralgipfel und den anschliessenden Verbindungsgrat zwischen den beiden Erhebungen erreicht werden kann. Eine gute Alternative beim Gipfelgang kann auch die Variante der beiden Österreicher Putz und Obojes (1980) sein: Diese quert auf Höhe des Lager 3 sehr weit in die Nordostflanke, unterquert einen steilen Eisabbruch und leitet dann über steile Hänge (ca. 35-40°) direkt zum Hauptgipfel.
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Ablauf
Zeitplan
1. Tag: Flug von München über Abu Dhabi/VAE in die nepalische Hauptstadt Kathmandu.
2. Tag: Ankunft in Kathmandu, 1300 m, Fahrt zum Hotel in der Innenstadt und erste Erkundung in die quicklebendige Stadt.
3. Tag: Letzte Expeditionsvorbereitungen. Was noch fehlt, wird eingekauft und die eingelagerten Ausrüstungsgegenstände abgeholt.
4. Tag: Flug nach Pokhara, 1000 m. Am wunderschönen Phewa Lake können wir uns die Beine vertreten und von den hektischen Tagen der Anreise und in der Großstadt erholen.
5. Tag: Weiterflug nach Jomsom, 2770 m, im Kali-Ghandaki-Tal, Hauptort des Distrikts Mustang. Vor dem raschen Höhengewinn in Tibet wollen wir uns im Annapurna-Gebiet etwas vorakklimatisieren. Zur Eingewöhnung sehen wir uns im Ort um und unternehmen eine kleine Wanderung in der Umgebung.
6. Tag: Aufbruch zum Trekking zum Tilicho Lake, 4920 m. Das heutige Etappenziel sind Yak-Almen auf ca. 3800 m. Der Tilicho Lake gilt als einer der höchst- und spektakulärst gelegenen Seen der Welt.
7. Tag: Der Zeltplatz Yak Kharka, 4200 m, ist in einer kurzen Etappe erreicht.
8. Tag: Kharka, 4600 m, heißt das Ziel dieser Etappe.
9. Tag: Über den Pass Mesokanto La North, 5120 m, oder auch „Tilicho Tourist La“, wird der Tilicho Lake erreicht. Einem Tälchen folgt man über den Eastern Pass bis zum östlichen Ufer des Sees, wo man sein Lager auf 4920 m aufschlagen kann.
10. Tag: Um den See herum, zumindest ein Stück weit, und über den Eastern Pass wieder zurück und über den Pass zu einem Zeltplatz unterhalb des Passes, 4200 m.
11. Tag: Rückweg nach Jomsom, 2770 m, zurück in die Zivilisation.
12.Tag: Rückflug nach Kahtmandu, 1300 m, und Einchecken im Hotel.
13.Tag: Organisationstag in Kathmandu oder stille Reserve, falls etwas mit dem Rückflug nicht klappen sollte.
14. Tag: Abreise zur tibetischen Grenze. Heute geht es los. Über Dhulikhel und Lamosangu geht es per Bus in 6 h Fahrt nach Kodari, 1663 m, und steil hinauf nach Zhangmu, 2350 m, dem tibetischen Grenzort.
15.-17. Tag: Die Weiterfahrt bis Nyalam, 3750 m, ist mit dem Bus nur ein kurzes Stück. Hier werden die nächsten drei Nächte zur besseren Akklimatisation verbracht. Wir werden auch zwei Wanderungen bis in Höhen um 5000 m unternehmen.
18. Tag: Über den 5050 m hohen Lalung Leh Pass und den Dopzang La, 5135 m, entlang der Nordflanke des Himalaya-Hauptkammes führt die Fahrt ins so genannte Fahrer-Basislager auf exakt 5000 m.
19. Tag: Ein Ruhetag zur besseren Akklimatisation.
20.-21. Tag: Das eigentliche Basislager auf einer Höhe von 5650 m wird mit einem Zwischenlager und der Hilfe von Yaks erreicht.
22.–49. Tag: Das Abenteuer Shisha Pangma kann beginnen. Mit vollen 28 Tagen ist genug Zeit vorhanden, um in aller Ruhe ein Depot und drei Hochlager (6300, 6900, 7400 m) aufzubauen und schließlich den Gipfel anzugehen. Falls der Gipfel nicht beim ersten Versuch klappen sollte, bleibt immer noch genug Zeit für einen zweiten Versuch. Hat man es geschafft, sieht man vom Gipfel der 8027 m hohen Shisha Pangma weit auf die tibetische Hochfläche hinunter. Bei guter Sicht kann man Cho Oyu, Makalu, Lhotse und sogar den Mount Everest ausmachen. Der Abstieg erfolgt auf der Aufstiegsroute.
50.-51. Tag: Abstieg ins Basislager, Fahrt zurück über Nyalam nach Zhangmu an der tibetisch-nepalischen Grenze und Rückkehr nach Kathmandu, 1300 m.
52. Tag: Zur freien Verfügung bzw. zur Reserve. Am Abend Abreise aus Kathmandu.
53. Tag: Ankunft in München.