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Zusammenfassung Manaslu Expedition 30.8. - 7.10.2017
Vom 07.10.17

© by www.goclimbamountain.de

Manaslu 8163 m Expedition 2017

Mit dem Manaslu (8.163 m) gelang uns 2017 unser siebter Achttausendergipfel ohne Verwendung von künstlichem Sauerstoff – und das in einem Jahr, in dem die Sperrung Tibets abermals für einen Massenansturm am nepalesischen Berg sorgte.

135 Besteigungsgenehmigungen für den Manaslu – so viele, wie noch nie zuvor – wurden laut dem Tourismusministerium in Nepal im Herbst 2017 an ausländische Expeditionen vergeben. Verhältnisse, wie man sie normalerweise nur vom Mount Everest kennt. Jedes Expeditionsteam umfasst durchschnittlich acht bis zwölf Bergsteiger. Der plötzliche Ansturm erklärt sich durch die provisorische Sperrung Tibets im Nachmonsun, mit so beliebten Zielen wie Cho Oyu (8.201 m) und Shisha Pangma (8.027 m), die dem Manaslu normalerweise den Rang ablaufen. Wir nehmen an, dass sich in der Hochphase der Besteigung etwa 350 bis 500 Bergsteiger im Manaslu Basislager (4.900 m) aufhielten. Zum Glück haben die uns aber kaum gestört, da wir zeitlich etwas später dran waren und den Gipfel fast für uns allein hatten. Mit einem Team des deutschen Expeditionsveranstalters Amical alpin (Oberstdorf), dessen Leiter Luis war, gelangten wir beide am 30. September erfolgreich auf den Gipfel.

Dabei geriet der Berg zuletzt 2012 durch eines der größten Lawinenunglücke des Himalayas in die Schlagzeilen, bei dem elf Menschen den Tod fanden. Just in jenem Jahr hatten die chinesischen Behörden das erste Mal überraschend die Grenzen nach Tibet geschlossen und für einen Massenansturm am Berg gesorgt

Auch wir hatten bereits unser persönliches Debakel am Manaslu erlebt, als wir 2012 bei unserem ersten Versuch den Berg zu besteigen 150 Höhenmeter unter dem Gipfel im jäh einsetzenden Gewittersturm umkehren mussten. Mit Mühe und Not entkamen wir dem Inferno unbeschadet - oder zumindest nahezu: Luis hatte sich vier Finger schwer erfroren, was ihn noch längere Zeit danach beschäftigen sollte. Beim ruhigen Halten des GPS-Geräts, ohne dessen Hilfe wir den Abstieg im Schneesturm niemals gefunden hätten, war die Durchblutung der Finger wohl zu wenig angeregt worden.

Lawinengefahr war diese Saison aber kein Thema. Eine anhaltende Schönwetterphase sorgte für wenig Neuschnee und stabile Verhältnisse an dem sonst wettertechnisch so schwierigen Berg. Und vermutlich für einen neuen Besteigungsrekord. Doch die außergewöhnlichen Verhältnisse darf man nicht als normal ansehen. Zukünftig wird es auch wieder schneereichere Zeiten und drohende Lawinengefahr am Berg geben.

Wie sich die Zustände am „Berg der Seele“, wie der Manaslu übersetzt heißt, weiterentwickeln werden, bleibt abzuwarten. Wir jedenfalls ziehen für uns persönlich eine positive Bilanz unserer Erlebnisse. Nach zwei expeditionsfreien Jahren, bedingt durch das große Erdbeben in Nepal (Anm.: damals mussten wir unsere Expedition auf der Nordseite des Mount Everest abbrechen) und Verletzungen, war der Manaslu ein gelungener Wiedereinstieg und unser siebter Achttausendergipfel. Wir lieben einfach die außergewöhnlichen Dimensionen dieser Berge und die einzigartigen Erfahrungen, die man gewinnt, während man sie besteigt.


• Kategorie: Manaslu 2017
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