Tagebucheinträge
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Heute Morgen ist das Wetter klar, es schneit nicht mehr. In diesem kurzen Schönwetterfenster wollen Luis und Rupert einen letzten Versuch unternehmen, doch noch die Skibefahrung des Dhaulagiri zu realisieren. Falls sie heute nonstop in einem Tag in einer Speedbegehung aufsteigen, reicht die Zeit gerade noch bis zum geplanten Abreisetermin aus dem BC aus. Ursprünglich wollten sie untertags bis Camp1 aufsteigen, dort den Nachmittag und Abend pausieren und dann in der Nacht zum Gipfelgang aufbrechen. Nun müssen sie durchgehen und mit jeweils kurzen Pausen in den Camps zurecht kommen. Beide fühlen sich aber gut ausgeruht und in der Lage, der neuen Herausforderung gerecht zu werden. Beide sind sich ausserdem sicher, dass die Skibefahrung bei den vorherrschenden Routenbedingungen gelingen muss. Nachdem sie um 8.00 Uhr aufgebrochen sind, haben sie die Traverse unter dem Eiger hindurch in lediglich 1,5 Std zuruckgelegt. Der Neuschnee der Vortage wird immer tiefer und sie spuren teilweise bis zum Knie im Schnee versunken höher. Kurz vor Camp 1, 5800 m, verdichtet sich die Bewolkung wieder und es beginnt abermals zu schneien. Trotz der widrigen Bedingungen kommen die beiden nach nur 5 Std in Camp 1 an und beschliessen, einige Zeit zu warten, ob sich die Bedingungen bessern mögen. Stattdessen verschlechtern sie sich jedoch zusehends und um 16.00 Uhr fällt dann die Entscheidung, den Versuch abzubrechen. Sie packen die letzten in Camp 1 verbliebenen Ausrüstungsgegenstande zusammen und machen sich mit schwer beladenen Rucksäcken auf den Rückweg. Auf dem Weg werden noch verbleibende Fixseile abgebaut, so erreichen die beiden gegen 20.00 Uhr schwerbepackt den Fuss der Route, wo ihnen die beiden Climbing Sherpas Singi und Dorje sowie Kiru und Gansa beim Zurücktragen zum BC behilflich sind. Nun ist die Route abgebaut, die Ausrüstung wird verpackt und alles für das Verlassen des Basecamps vorbereitet. Die Expedition ist vorbei. Etwas Schwermut und Enttäuschung schwingt mit, als die beiden von ihren Erlebnissen im BC erzählen, doch die zuvor geglückte Gipfelbesteigung lässt so manchen Wermutstropfen weniger bitter erscheinen.
• Kategorie: Dhaulagiri 2009
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