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Dienstag 21. - Samstag 25.4.: Intermediate Camp und Ruhetage
Vom 25.04.15

© by www.goclimbamountain.de

Gemütlich brachen wir bei Sonnenschein und wolkenlosem Himmel um 10.00 Uhr auf, nachdem wir gefrühstückt und unsere Sachen gepackt hatten. Für die bevorstehenden Akklimatisationstage genügte uns nur ein Rucksack mit Schlafsack, Isomatte und den notwendigsten Dingen. Das Intermediate Camp (IMC, 5780) war bereits die Tage zuvor mit Schlafzelten und Küche eingerichtet worden. Wir nahmen den flachen Fusspfad über die orografisch rechte Moräne des Rongbuk-Gletschers bis zu seiner Verzweigung mit dem East Rongbuk-Gletscher, wo wir letzterem weiter nach links folgten. Ab diesem Punkt begann das Gelände etwas anzusteigen und leitete über mehrere kurze Anstiege das Seitental hinauf. Nicht nur wir wollten heute zum Lager aufsteigen, auch viele schwer beladene Yaks befanden sich mit ihren Treibern auf dem Weg zum Advanced Basecamp (ABC, 6400 m). Immer wieder waren wir gezwungen überholenden oder entgegen kommenden Karawanen auszuweichen. Unser Weg führte uns immer weiter auf die eindrucksvolle Nordwand des Everest zu, deren Couloirs und Felsstufen mit jedem Meter deutlicher zu erkennen waren. Die kräftige Sonne der letzten Tage hatte den vielen Schnee gut gesetzt und weggeschmolzen, so dass wir mit unseren Trekkingschuhen keinerlei Probleme beim Aufstieg hatten. Etwas zuvor war uns noch von knietiefem Schnee auf dem Weg zum ABC berichtet worden. Kurz bevor die Wegspur von der Seiten- auf die Mittelmoräne des Gletschers überwechselte, erreichten wir nach gut fünf Gehstunden unser „Zwischenlager“ oder Intermediate Camp unter den Flanken des Changzheng Peak (6977 m). Unter den letzten Strahlen der Abendsonne genossen wir den Ausblick auf die zerrissenen Eistürme des Gletschers und die vielen steilen Flanken der Everest-Trabanten, ehe es Zeit für Abendessen und Nachtruhe wurde. Zwischen unserem Dutzend Hochgebirgszelten rastete eine ganze Herde Yaks, deren rhythmisches Glockengebimmel uns sanft in den Schlaf wiegte.

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Schon früh warf uns die Sonne am nächsten Tag wieder aus den Betten, bereits um 6.00 Uhr fielen die ersten Strahlen auf unser Zelt. Beide hatten wir gut geschlafen und weder Kopfweh noch andere Probleme während der Nacht gehabt. Nach einem ausgedehnten Frühstück machten wir uns auf den Weg zu einer Wanderung das Tal hinauf und folgten dem Gletscherverlauf bis zu einer Höhe von knapp 6000 Metern. Die mächtigen Gletscherzungen, die uns links und rechts der Mittelmoräne bei unserem Aufstieg flankierten, waren mit einer Vielzahl an Zacken und Klüften übersäht.  Auf dem Rückweg begegneten uns einige andere Bergsteiger, die nach ein paar Tagen im Basislager gar nicht schnell genug ins ABC kommen konnten. In der Akklimatisationsphase ist durch Ungeduld indes niemals etwas zu gewinnen, ganz im Gegenteil. Auch wenn das Ausharren, Warten und Nichtstun jedes Mal eine große Geduldsprobe und Belastung ist, zeigt sich doch nirgends anders deutlicher der Wahrheitsgehalt des Sprichworts „In der Ruhe liegt die Kraft“. Aus dem Grund ließen wir uns genug Zeit und wollten nach einer weiteren Nacht im IMC wieder ins Basislager absteigen, um dort ein bis zwei Ruhetage zur Erholung zu verbringen. Erst danach werden wir erneut über das IMC erstmals auch ins Advanced Basecamp aufsteigen.

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Gut ausgeruht machten wir uns am nächsten Morgen nach dem Frühstück auf den Abstieg ins Basislager. Bergab verflog die Wegstrecke wie im Nu und nach nur gut 2 ½ Stunden Gehzeit liefen wir wieder bei unseren Zelten im Lager ein. Nach einem üppigen Mittagsmahl wartete eine erfrischende Dusche und ein gutes Buch als Nachmittagsprogramm.

Die beiden anschließenden Ruhetage im Basislager brachten durchwachsenes Wetter mit sich. Immer wieder trieben Schneeschauer von Norden durchs Tal und brachten dichte Bewölkung und etwas Niederschlag mit sich. Einstweilen hatten wir auch von Alex Nachricht erhalten. Er war bis nach Zhangmu hinab gefahren und hatte sich dort gut von seiner beginnenden Höhenkrankheit (AMS) erholt. Mittlerweile befand er sich schon auf der Rückfahrt über Nyalam und Tingri und sollte in Kürze wieder zu uns im Basislager stoßen.

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Morgen wollen wir ins IMC (5780 m) und tags darauf weiter ins ABC (6400 m) aufsteigen. Die nächsten fünf bis sechs Tage werden wir uns im ABC einrichten und weiter akklimatisieren. Die Route ist mittlerweile bis auf etwa 7500 Meter Höhe präpariert, so dass wir voraussichtlich schon Camp 1 im Nordcol (7050 m) und vielleicht sogar Camp 2 (7600 – 7800 m) einrichten werden können. Es ist nicht erlaubt (und auch nicht unbedingt sinnvoll), das chinesische Fixierteam zu überholen. Nachdem dieses, nach anfänglich etwas zögerlichem Fortschritt, nun aber doch zügig vorwärts kommt, ist nicht zu befürchten, dass es zu Stauungen kommt.

 


• Kategorie: Mount Everest 2015
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