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Unser Buch "Leidenschaft fürs Leben - Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt"

Leidenschaft fürs Leben - Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt


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Freitag 25. - Montag 28.4.: C1 - C2
Vom 28.04.14

© by www.goclimbamountain.de
Das Makalu Basecamp, 5680 m.

Bei strahlend blauem Himmel und einer frischen Brise machen wir uns mit den wenigen Sachen, die wir zur Verfügung haben, auf nach Lager 1 (C1 6300 m). Unsere Expeditionstonnen mit der gesamten Ausrüstung sind noch nicht eingetroffen aber für morgen angekündigt. Vormittags feiern wir mit der spanischen Gruppe, die sich mit uns die Besteigungsgenehmigung teilt, die Puja, in der der Segen der Götter für die Besteigung erbeten wird. Gleich im Anschluss machen wir uns auf den Weg. Im Verhältnis zu vor vier Jahren, als wir uns das erste Mal am Makalu befunden hatten, sind dieses Jahr drei bis vier Mal so viele Bergsteiger vor Ort. Viele von ihnen sind mit dem Helikopter bis ins Basislager angereist. Für uns stellt dies, nicht nur aus Umweltschutzgründen, keine Erwägung dar. Wir genießen auf dem Trekkinganmarsch jedes Mal die Vielzahl an Eindrücken, die man auf dem Weg geschenkt bekommt, und lernen interessiert den Bezug zwischen Menschen, Region und Berg kennen. All dies geht verloren, wenn man sich derart an sein Ziel hinkatapultieren lässt. Nachdem die Südroute auf den Mount Everest aufgrund des großen Lawinenunglücks mit vielen Todesopfern gesperrt worden ist, wird ein weiterer Zuwachs an Aspiranten erwartet, die sich durch ihre Agenturen Ersatzziele anbieten werden lassen. Über Nacht hat es 10 - 15 cm geschneit. Der Neuschnee sorgt für rutschige Verhältnisse auf dem groben Blockwerk der Mittelmoräne, auf der wir bis zur ersten Gletscherterrasse aufsteigen. Die Bedingungen auf dem Gletscher sind gut und wir steigen spaltenfrei und zügig bis zur ersten Steilstufe auf. Nach dieser, etwa 150 Meter hohen Hürde, gelangen wir auf die zweite Gletscherstufe, auf der wir gerade noch rechtzeitig vor Einsetzen des allnachmittäglichen Schneetreibens unser Zelt errichten. 4 Gehstunden haben wir in gemütlichem Tempo bis hierher benötigt. Zu dritt ist es in dem kleinen Hochgebirgszelt zwar alles andere als geräumig, dafür aber angenehm warm. Nach einem frühen Abendessen genießen wir die Stimmung in der Abendsonne noch etwas und legen uns dann bald zur Ruhe, da die Temperaturen ohne Sonne rapide in den Keller schießen.

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Aufstieg ins C1, 6300 m.

Über Nacht hatte es Minusgrade im doppelstelligen Bereich, dazu pfiff uns der Wind mächtig ums Zelt. Die Innenwände sind dick mit Raureif bedeckt. Noch einige Zeit müssen wir verstreichen lassen, ehe die ersten Sonnenstrahlen, die unser Zelt um kurz nach 8.00 Uhr treffen, alles so erwärmt haben, dass an Aufbruch zu denken ist. Nachdem wir alles zusammengepackt haben, steigen wir gegen 10.00 Uhr zum zweiten Hochlager (C2 6650 m) auf. Durch Seracstufen und einige Steilaufschwünge hinweg erreichen wir C2 nach nur knapp 2 Gehstunden und errichten und einige Lagerplattform im Schutz einiger Eistürme. Einige weitere Zelte stehen hier bereits. Ein halbes Dutzend der Expedition von Russel Bryce, ein weiteres halbes Dutzend von Seven Summits Treks sowie einige vereinzelte von Individualbergsteigern wie wir. Wie am Vortag setzt auch heute schon bald Schneegestöber ein, so dass wir uns in den Schutz des Zeltes zurückziehen. Für das Abendessen verbleibt uns zu dritt nur noch eine Doppelpackung Lyofood, die wir gerecht unter uns aufteilen. Zum Nachtisch bekommt jeder noch einen Drittel Marsriegel, dann sind die Vorräte erschöpft. Die Nacht bricht wiederum stürmisch und eiskalt an, schnell haben wir uns in unseren wärmenden Schlafsäcken verkrochen.

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Das C2, 6650 m, mit Blick auf den Baruntse, 7129 m, im Hintergrund.

Nach einer kalten und ungemütlichen Nacht machen wir uns anderntags rasch zum Abstieg bereit. Der Sturm hatte während vieler Stunden an unserem Zelt gerüttelt, an Schlaf war nur wenig zu denken gewesen. Dennoch haben wir unser Ziel, eine Akklimatisationsnacht auf C2 zu verbringen erreicht. So machen wir uns mit einem guten Gefühl an den Abstieg, sobald wir unser Zelt und andere Ausrüstung sicher verpackt auf unserer Plattform deponiert haben. In einer Stunde sind wir am Gletscherbeginn angelangt, wo wir unsere Eisausrüstung und die Expeditionsstiefel deponieren. Eine weitere Stunde benötigen wir für den weiteren Abstieg bis ins Basislager, wo wir mit einem warmen Mittagessen empfangen werden. Zu unserer großen Erleichterung sind tatsächlich alle unsere Expeditionstonnen eingetroffen. Das bedeutet das erste Mal frische Wechselwäsche nach 14 Tagen und alle Annehmlichkeiten, wie Lesestoff, Musik, warme Bekleidung und Leckereien aus der Heimat. Wie schön kann das Leben sein!

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Buntes Treiben im Küchenzelt.

In den vergleichsweise milden Nachttemperaturen des Basecamps (5680 m) schlafen wir durch wie die Babies, bis wir um 8.00 Uhr zum Frühstück gerufen werden. Noch immer ist unser Appetit groß und wir freuen uns über die frischen Pfannkuchen und Omelettes, die wir serviert bekommen. Über den Tag hinweg sortieren wir unsere sieben Sachen aus den Tonnen und richten uns häuslich ein. Nun fühlen wir uns wirklich zu Hause am Berg. Einen weiteren Ruhetag (29.4.) wollen wir uns noch gönnen, bevor wir wieder nach C2 aufsteigen, um von dort die lange und schwierige Etappe ins dritte Hochlager (C3 7400 m) in Angriff zu nehmen. Bislang ist unser Plan gut aufgegangen, wir haben uns gut akklimatisiert und fühlen uns alle wohl. Die kommenden Tage sollen geringere Windgeschwindigkeiten bringen, so dass ein Aufstieg über die exponierte Rampe in den Sattel des Makalu La (7400 m) dann auch klappen sollte. Wir sind gespannt, Ihr hoffentlich auch. Stay tuned!


• Kategorie: Makalu 2014
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