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Unser Buch "Leidenschaft fürs Leben - Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt"

Leidenschaft fürs Leben - Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt


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Dienstag 1. - Freitag 4.5. Lager 2
Vom 05.05.12

© by www.goclimbamountain.de
Nach dem Frühstück verlassen wir unser Basislager zur beinah schon gewohnten Stunde um 7.00 Uhr und steigen über die sanft kuppierten Hänge in Richtung Lager 1 auf. Es hat viel Schnee aber mit den Ski kommen wir gut voran. Schon bald hüllen erste Wolkenfetzen den blauen Himmel ein und spenden uns etwas Schatten. Im kleinen Sattel unterhalb des Gratkopfs, in dem wir eine Pause einlegen, setzt dann aber recht frühzeitig das alltägliche Schneegestöber ein. Wenig später, nach 5 Stunden Aufstieg, kommen wir im Hochlager an und müssen zuerst einmal unsere Zelte freilegen, von denen vor lauter Schnee nichts mehr zu sehen ist. Als alles frei gegraben ist, machen wir es uns drinnen gemütlich. Der nächste Tag beginnnt sonnig und warm. Über Nacht hat es abermals mehr als 20 cm geschneit und wir müssen erst einmal den Eingang mit dem Kochtopf freischaufeln, um einen Blick nach draussen werfen zu können. Die ungesetzten Schneemassen sind so gross, dass wir entscheiden, einen Tag abzuwarten, bevor wir den Aufstieg zu Lager 2 fortsetzen. Vom Basislager steigen weitere Bergsteiger zum ersten Hochlager auf, mit deren Hilfe wir hoffen, am Folgetag mehr Abwechslung bei der Spurarbeit zu haben. Der Donnerstag beginnt sonnig, doch schon bald steigen die ersten Wolken auf. Dennoch machen wir uns früh auf den Weg. So auch eine andere fünfköpfige deutsch-österreichische Gruppe und ein paar Einzelbergsteiger. Durch unsere Ski haben wir schon bald einen Vorsprung und langen als Erste an den Fixseilen an. Mühsame Spurarbeit und Freilegen der Fixseile folgen über die Steilstufen der Rampe. Allmählich bewölkt sich der Himmel immer stärker, als wir die Steilstufen hinter uns gelassen haben, setzt Schneegestöber ein, in dem wir das untere Lager 2 auf 6290 m erreichen. Nach einer kurzen Pause ziehen wir zu unserem höher gelegenen Depot weiter. Dies ist nur noch mit Hilfe des GPS möglich, da es mittlerweile so neblig ist, dass man nur noch ein paar Meter weit sehen kann. Nach zwei Stunden orientieren und marschieren kommen wir endlich an der Serac-Wand an, in deren Schutz wir zuvor unser Materialdeopot für Lager 2 zurückgelassen hatten. Alle anderen Bergsteiger sind inzwischen umgedreht, nur ein einzelner Iraner, der im niedrigeren Lager 2 sein Zelt beschädigt ausgegraben hatte, beschliesst auf gut Glück unseren Spuren höher zu folgen. An einem gut geschützten Platz unter dem Serac errichten wir rasch 3 Lagerplattformen auf 6520 m und stellen unsere Zelte auf. Sogar für den Iraner, der auch wie wir mit Ski unterwegs ist, ist noch ein Plätzchen übrig. Als er ankommt, muss er sich nur noch ins fertig aufgestellte Zelt einrichten - er hat weder Zelt noch Gas oder Essen dabei. Als wir uns in den Zelten wieder aufgewärmt haben, sorgen kurze Aufhellungen für schöne Ausblicke zu Manaslu. Nach einer kalten Nacht (- 11 Grad im Zelt) weckt uns am nächsten Tag ein makelloser Morgen. In der frühen Sonne wird es schon bald sehr warm. Nachdem wir gefrühstückt haben, richten wir unsere Zelte sturmsicher her und machen uns an die Abfahrt. Ursprünglich wollten wir noch ein Stück höher schauen, um die weitere Route zu erforschen, doch die starke Sonne in Kombination mit dem gefallenen Neuschnee erfordern eine baldige Abfahrt über die Steilstufen. In Traumpulver fahren wir bis zum niedrigeren C2 über Senken und kuppiertes Gelände ab. Schon bald kommen wir an die erste Steilstufe, die sich noch recht mühelos überwinden lässt. Zum Glück herrschen beste Sichtverhältnisse, so finden wir auf Anhieb die beste Abfahrtslinie und können die gesamte Rampe gut mit Ski abfahren. Die Ausblicke ins Tal und zum Berg sind grandios, dies ist mit Sicherheit der klarste und schönste Tag, den wir bislang am Manaslu erleben durften. Die Fusshänge zum Lager 1 sind rasch überwunden. Nach einer Pause, machen wir uns daran, auch hier das Lager sturmsicher zurückzulassen und legen alle Zelte flach. Mit leichtem Rucksack setzen wir die weitere Abfahrt bis ins Basislager fort, in dem uns bereits das Mittagessen erwartet. Nach einer ausgiebigen Mittagspause holen wir uns den neuen Wetterbericht ein, der für Sonntag bis Dienstag weitere ergiebige Schneefälle in Aussicht stellt. Durch die "Buschtrommel" erfahren wir, dass die Lage an vielen anderen Bergen sogar noch katastrophaler sein soll: Am Everest soll es deutlich mehr geschneit haben, am Dhaulagiri beinahe alle Expeditionen abgebrochen und abgezogen sein. Bislang seien keinerlei Gipfelerfolge an den hohen Bergen zu vermelden. So wie es aussieht, haben wir eine schwierige Saison für den Manaslu erwischt. Aber noch haben wir genügend Zeit und Reserven übrig und dank unserer Ski einen gewaltigen Joker im Spiel.


• Kategorie: Manaslu 2012
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