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Unser Buch "Leidenschaft fürs Leben - Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt"

Leidenschaft fürs Leben - Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt


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Dienstag, 2.8., bis Sonntag, 14.8.
Vom 13.08.11

Leider hat es trotz allem Daumendrückens nicht ganz geklappt. Am 5.8., einen Tag später als ursprünglich geplant, haben wir Camp 4, 7900m, auf der Schulter des K2 erreicht. Am Gipfeltag spielte trotz günstiger Prognose leider das Wetter nicht ganz mit. Anstelle der angekündigten 20-30 km/h Windgeschwindigkeit betrug dieser im Schnitt ca. 60 km/h (in Böen noch stärker) und blies die ganze Nacht und den Folgetag hindurch. Zudem befand sich der Gipfel in einer dichten Wolke. Schade, aber dennoch kein Grund, Kopf und Kragen zu riskieren. Dafür gelang Luis am 6.8. eine spektakuläre Skiabfahrt von der Schulter des K2 bis hinab ins Basislager, zunächst dem zentralen Couloir folgend, dann in der unteren Hälfte auf der Kukuczka-Route, 2800 Höhenmeter in einem Stück. Es tut uns leid, dass wir uns erst zu diesem späten Zeitpunkt mit den Neuigkeiten melden können, doch ab dem Abstieg vom Berg bieb uns kaum eine freie Minute. Während der eilig eingeleiteten Abreise hatten wir tägliche Gehzeiten von 12-14 Stunden zu bewältigen, als dann auch das Flugzeug von Skardu nach Islamabad ausfiel und durch Kfz ersetzt werden musste, kamen wir erst hier in Islamabad richtig wieder zur Besinnung. Wir hoffen, es hat sich niemand all zu grosse Sorgen gemacht.

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2.8., Dienstag - Aufstieg C2
Früh morgens geht es los, 3.00 Uhr brechen wir auf und bewegen uns in einem sicheren Bogen um das grosse Couloir der Cesen-Route herum zum Einstieg derselben. Bereits nach einer guten Stunde dämmert der neue Morgen, spätestens als uns die Sonne vom wolkenlosen Himmel ins Gesicht scheint, wird das ganze zum Vergnügen. Die Bedingungen sind klasse, fester Trittfirn, der Rucksack nicht allzu schwer, so macht der Aufstieg Spass. Nach einer langen Folge an sich aneinander reihender, steiler Couloirs, folgt eine lange Querung unterhalb eines Felsriegels nach links. Dieser wird an seiner linken Begrenzung überwunden und eine kurze Steilrinne und ein anschliessendes Schneefeld führen hinauf zum Camp 2, das sich in den Schutz zweier kleiner Felsstufen fügt. Wir sind nach ca. 7 Stunden Aufstieg zeitig im Lager, um in aller Ruhe Zeltplattformen zu schaffen, uns einzurichten und zu erholen.

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3.8., Mittwoch - Aufstieg C3
Wieder wird zeitig, wenn auch nicht so früh wie am Vortag aufgestanden. Um 6.00 Uhr sind bereits alle auf der Route unterwegs. Neben Luis sind Rob (USA), Sophie (Frankreich) und Lhakpa (Nepal) von Field Touring samt ihren beiden Hochträgern Farhad und Asiz mit von der Partie. Dazu gesellen sich Alex (Spanien), Killian (Schweiz) und Gerfried (Österreich) samt ihrem Hochträger Nissar von Gerfried Goeschls Expedition sowie Christian Stangl (Österreich) mit seinem Begleiter Bruno (Frankreich) und Fabrizio Zangrilli (USA) mit seiner Freundin Kinga Baranowska (Polen). Wiederum erwartet uns ein fantastischer Tag, kaum Wind und strahlender Sonnenschein.

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4.8., Donnerstag - Aufstieg C4 low
Um 5.30 sind wir (Sophie, Lhakpa, Luis) auf der Piste, die anderen stehen 1,5 Stunden später auf. Wir wollen heute den Beginn der Strecke zu Lager 4 versichern und lassen uns dann von den anderen einholen, die den zweiten Teil übernehmen. Der Beginn der Route verläuf über plattiges Felsgelände und einige Aufschwünge. Erst am Beginn des Felsaufbaus der Schulter beginnt das ganze mühsam zu werden. Der erste Aufschwung wird links über die Ausläufer des zentralen Schneecouloirs umgangen, hüfttiefer Schnee, der kaum einen Widerstand bietet lassen das Höherkommen zur Zentimeterarbeit ausarten. Anschliessend wechselt die Route in eine Abfolge aus plattigen Felsgürteln und Schneefeldern, eine anstrengende Kombination aus rutschigem Felsklettern und tiefem Schnee. Dies zieht sich bis nahe der Schulter so weiter. Auf ca. 7600 m beschliessen wir um 17.00 Uhr den Tag enden zu lassen, um uns nicht vollständig zu verausgaben und graben eine Schneeplattform für unser kleines Zelt in den Hang, in dem wir zu dritt (Sophie, Lhakpa, Luis) hausen. Dies bedeutet zwar, dass wir den Gipfeltag um einen Tag nach hinten verschieben müssen, doch auch für diesen ist noch gutes Wetter und schwacher Wind angesagt. Christian Stangl und Bruno tun es uns gleich und lagern 50 Meter oberhalb von uns im lower C4. Gerfried und seine Mannen ziehen die Sache noch am selben Tag bis zum oberen C4 auf der Schulter durch, erreichen das Lager allerdings erst ab 18.30 Uhr. Uns ist die Zeit für eine mögliche Regeneration einfach zu kurz und das Risiko zu hoch, uns für den nächsten (Gipfel-) Tag zu stark zu verausgaben.

5.8., Freitag - Aufstieg C4 high
Heute lastet keinerlei Zeitdruck auf uns, so stehen wir erst gegen 7.00 Uhr auf und frühstücken gemütlich. Dann packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg zur Schulter. Ab unserem Lagerplatz steilt das Gelände nochmals merklich auf und man ersteigt den markanten dunklen seitlichen Begrenzungspfeiler der Schulter in steiler Kletterei. 2 Stunden benötigen wir bis zum Lagerplatz, ca. 7900 m, der unmitelbar nach Erreichen der eigentlichen Schulter vor uns liegt. Schnell ist auf der beinah waagrechten Schneefläche eine Lagerplattform errichtet und wir widmen uns wiederum der Regeneration. Auch Christian und Bruno sind zusammen mit uns auf der Schulter angekommen. Gerfried & Co haben den Tag nicht zum Gipfelgang verwendet sondern abgewartet und sich erholt. So sind wir alle wieder für einen Gipfelversuch am nächsten Tag vereint.

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6.8., Samstag - Gipfelversuch und Skibefahrung des K2
Die ganze Nacht hindurch weht ein stürmischer Wind aus Nord und lässt keinen Gedanken an einen Aufbruch aufkommen, auch dann nicht als unsere Abmarschzeit um 2.30 Uhr immer näher rückt.  Anstelle der angekündigten 20-30 km/h Windgeschwindigkeit weht uns eine Brise mit ca. 60-80 km/h (in Böen stärker) entgegen. Das Warten zieht sich bis in die Morgenstunden weiter, als dann auch noch der Gipfel in einer dichten Wolke steckt, wird uns spätestens allen klar, dass das das Ende des Summit Pushs bedeuten würde. Alle des Dutzends Bergsteiger, die sich auf der Schulter zusammengefunden haben, packt die Zelte zusammen und macht sich an den Abstieg. Luis, der seine Ski bislang als belastendes Zusatzgewicht mit hochgeschleppt hat, kommt nun in den Vorteil, diese für einen Befahrungsversuch des K2 einsetzen zu können. Nachdem er noch etwas höher (ca. 8020 m) gestiegen ist, um sich den berüchtigten "Flaschenhals" genauer anzusehen, liegt die Einfahrt ins zentrale Couloir, das von der Schulter auf die erste Serac-Terrasse hinabzieht, unmittelbar vor ihm. Im oberen Teil des Couloirs ist der Schnee durch die starken Winde der vergangenen Nächte furchtbar windverblasen, halbmeterhohe Zastrugis wechseln mit blanken Passagen und fordern bei 50 Grad durchschnittlicher Steilheit die volle Konzentration, um nicht irgendwo hängen zu bleiben. In der unteren Hälfte des Couloirs wird die Schneeoberfläche ruhiger und die Fahrt entspannter. Nahe C3 kreuzen sich beinahe Auf- und Abfahrtsroute, dann folgt die Einfahrt in ein sehr steiles Couloir (ca. 55 Grad), das auf die zweite Serac-Terrasse hinableitet. Hier quert Luis hinüber zum Parallelgrat der Kukuczka-Route, um die Abfahrt durch die in den Nachmittagsstunden lawinengefährdeten Couloirs unterhalb C2 zu vermeiden und stattdessen zu versuchen, über den exponierten Gratrücken des Nebengrats abzufahren. Die Schlüsselstelle, ein ca. 200 Meter langer, sehr exponierter und rein felsiger Gratabschnitt muss zwingend abgeklettert werden (UIAA IV, Eis bis 70 Grad). Zwar sind einige alte Fixseile vorhanden, doch sind sie im Felsgelände meist bis auf die letzte Litze durchgescheuert und man sollte sich besser gar nicht erst auf sie verlassen. Kurz darauf setzt sich der Firngrat fort und die Ski können wieder angelegt werden. Der untere Teil des Gratverlaufs verläuft mit kurzen Steilflanken durchsetzt durch genussvollen Firn bis die abschliessende Gletscherzunge erreicht ist, auf der es allmählich blank zu werden beginnt. Alix kommt bis zum Beginn des Gletschers entgegen und empfängt Luis herzlich. Zwanzig Minuten Fussmarsch führen bis ins Basislager, 5100 m, zurück, in dem die Küchenmannschaft und anderen Gefährten bereits freudig warten.

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7.8., Sonntag - Packtag
In aller Eile werden Ausrüstung und Material verpackt. Das gesamte Basislager befindet sich in Auflösung, da auch die Gruppe von Field Touring am nächsten Tag die Abreise antreten will.

8.8., Montag - K2 BC bis Goro II
10 Stunden (reine) Gehzeit sind es bis Goro II, zum Abschied zeigt sich der Berg nochmals von seiner schönsten Seite, das Wetter ist strahlend schön.

9.8., Dienstag - Goro II bis Paiju
13 Stunden Gehzeit über den Gletscher erwarten uns heute, das Wetter wie aus dem Bilderbuch, doch dadurch auch sengend heiss. Das erste Mal, dass wir den Gletscher nach 1,5 Monaten verlassen.

10.8., Mittwoch - Paiju bis Askole, Jeepfahrt bis Skardu
Wiederum 13 Stunden Gehzeit bis Askole, das wir gegen 18.00 Uhr erreichen. Dann nochmals 6 Stunden Jeepfahrt durch die Nacht bis Skardu, wo wir nach Mitternacht ankommen.

11.8., Donnerstag - Skardu bis Chilas
Nachdem das Wetter in Skardu in sehr gut ist, erreicht uns die Nachricht, dass der Flug aufgrund von ströhmendem Regen in Islamabad abgesagt ist, als böse Überraschung. Wir satteln sofort auf Kfz um und beginnen die lange, strapaziöse Fahrt (12 Stunden) bis nach Chilas, in dem wir kurz vor Mitternacht ankommen.

12.8., Freitag - Chilas bis Islamabad
Wir wählen die Route über den Babusar-Pass und das Naran-Tal, das letzte Stück verläuft gemeinsam mit dem Karakorum Highway (KKH) bis Islamabad. Wiederum sind es 12 Stunden Fahrt bis wir in der pakistanischen Hauptstadt eintreffen. Völlig gerädert freuen wir uns auf ein frühes Zubettgehen.

13.8., Samstag - Islamabad, Heimflug
Einiges Organisatorisches ist noch abzuleisten, ehe wir vor unserem Abflug (14.8. 4.00 Uhr) noch in den Genuss von einigen wenigen Stunden Freizeit kommen. Dann heisst es Abschied nehmen von zwei Monaten hohen Bergen, Eis und Schnee, Strapazen und intensiven Erlebens. Wir freuen uns auf die Heimat und bedanken uns für das Mitverfolgen unseres "Expeditionstagebuchs Broad Peak & K2"!


• Kategorie: Broad Peak & K2 2011
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