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Unser Buch "Leidenschaft fürs Leben - Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt"

Leidenschaft fürs Leben - Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt


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Tagebucheinträge

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Montag, 11.7. bis Samstag, 16.7.
Vom 16.07.11

© by www.goclimbamountain.de
Das Wichtigste zuerst: Nein, es sollte nicht sein! Trotz vereinter Bemühungen ist es uns am 14.7. (aufgrund der besseren Wetterprognose einen Tag früher als ursprünglich geplant) nicht gelungen den Gipfel zu ereichen. Der Schnee war zu tief, zu lange dauerte die Spurarbeit bis zum Col, so dass wir um 10.30 Uhr auf ca. 7800 m abbrachen. Nun sind alle wieder im Basislager angekommen und erholen sich von den Anstrengungen des Gipfelversuchs. Womöglich eröffnet sich noch eine letzte Chance vom 18. - 21. Juli, doch als wir hier sitzen schneit es wiederum ergiebig und die Schneemenge wächst unaufhörlich.

11.07., Montag - Feierlichkeiten Aga Khan Geburtstag
Das Wetter ist schon etwas besser heute und so sind wir bester Hoffnung, dass sich die Schneemassen rechtzeitig setzen werden, um uns einen Gipfelversuch zu ermöglichen. Heute heisst es allerdings erstmal Geburtstag feiern, das Oberhaupt der Ismaeliten, einer religiösen Gemeinschaft, deren der Grossteil aller im Hunzatal beheimateten Bewohner angehören, hat heute Geburtstag. Da die meisten der in den Basislagern der verschiedenen Expeditionen arbeitenden Einheimischen aus dem Hunzatal stammen, wird dieser Tag entsprechend gefeiert. Nach einem gemeinsamen Get together mit Barbecue und Tanz gehen nachmittags dann alle wieder ihren persönlichen Beschäftigungen nach.

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12.07., Dienstag - Aufbruch zum Gipfelversuch
4.00 Uhr geht es los, den bekannten Weg über den Gletscher hinweg zum Fuss des Berges und dem Beginn der Fixseile. Die Strecke ist überraschend "trocken" trotz der vergangenen Schneefälle aber gut zu steigen. So sind wir schon nach kurzer Zeit auf C1, legen kurz eine Pause ein und steigen weiter auf C2 auf, wo wir gegen 12.45 Uhr eintrudeln. Das Wetter ist traumhaft, sonnig und warm, und im Lager liegt nicht viel mehr Schnee als das letzte Mal. Nachmittags erholen wir uns gut und geniessen die einmalige Aussicht auf das spektakuläre Karakorum-Gebirge.

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13.07., Mittwoch - Aufstieg C3
Um 8.00 Uhr brechen wir in Richtung C3 auf. Die ersten Meter an den Fixseilen verlaufen gut, auch hier sind die Schneemengen gut zu bewältigen. Mit uns sind auch die vier Spanier bzw. Argentinier von der Partie sowie die Französin Sophie mit ihrem persönlichen Climbing Sherpa Lhakpa. Am bisherigen Ende der Fixseile auf 6700 m räumen wir unser Depot und verteilen Zelte, Schaufeln und Fixseil. Im anschliessenden Steilhang ist das Fixseil verschwunden, tief unter dem Schnee begraben. Trotz aller Bemühungen lässt es sich nicht aufspüren, so spuren wir zunächst seilfrei durch den steilen Hang bis wir im oberen Bereich dann doch auf das Seil treffen. An ihm gesichert geht es weiter auf den Grat und zu einer Felskanzel, auf der neben einigen "Zeltleichen" auch Material deponiert ist. Kurze Zeit später, um 13.00 Uhr, ist das Camp 3 erreicht, das allerdings nicht wie meist angegeben auf 7250 m, sondern nach unserem GPS auf 7010 Meter liegt. In aller gebotener Eile werden einige Zeltplattformen in dem sanften Schneehang errichtet, die Zelte aufgestellt und eingerichtet. Schnell wird Schnee geschmolzen und die "Nachtruhe" angetreten, denn schon früh geht es wieder los. Wir haben den Aufbruch auf 21.00 Uhr abends festgelegt, um aufgrund der vorherrschenden Schneemengen eine Chance auf den Gipfel zu haben.


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14.07., Donnerstag - Gipfelversuch
Um 21.00 Uhr brechen wir geplant Richtung Col auf. Die Nacht ist kalt, als eine lange Lichterkette durch den zerschrundenen Gletscher aufbricht. Die Spurarbeit ist zwar mühsam, doch noch sind alle guter Dinge, den Gipfel erreichen zu können. Die Versicherung von zwei Seracaufschüngen kostet wertvolle Zeit, noch länger nimmt allerdings die Spurarbeit durch den zunehmend tiefer werdenden Schnee in Anspruch. Gegen 4.00 Uhr graut der Morgen, den wir alle herbeisehnen, da wir mittlerweile alle nach der durchwachten Nacht an Sekundenschlaf leiden. Doch leider bringt der Morgen nichts erfreuliches mit sich. Nach sternenklarer Nacht bildet sich sofort im ersten Licht des Tages eine kleine Wolke am Gipfel des K2. Auch in der Scharte des Broad Peak ist zeitgleich eine kleine, rosafarbene Wolke zu sehen, die im Laufe der nächsten Stunden immer grösser wird und sich zu einer regelrechten Gipfelwolke auswächst. Im oberen Bereich des Cols trägt die Schneedecke einen harten Deckel, der das Spuren noch anstrengender macht. Um 10.30 Uhr, nach 13,5 Stunden Spurarbeit sind wir noch immer knapp unterhalb des Cols und befinden uns seit den letzten drei Stunden in dichtem Nebel. Der Gipfel liegt zwar nur noch 250 Meter über uns, doch von ihm trennen uns weitere 4-5 Stunden - nur für den Aufstieg. Schwermütig müssen wir erkennen, dass uns die Zeit entglitten, eine Fortführung unseres Versuchs sinnlos ist und entscheiden uns zur Umkehr. Der Abstieg verläuft verhältnissmässig zügig bis hinab ins C3, in dem die Mehrzahl von 13.00 bis 15.00 Uhr einläuft. Sofort fordert die kurze Nacht ihren Tribut, wer sich hinlegt, schläft sofort ein.

15.07., Freitag - Abstieg BC
Nach dem Wecken und Packen steigen wir um 8.00 Uhr ins tiefergelegene C2 ab. Bereits in den Morgenstunden beginnt es zu graupeln und schneien, das C2 erreichen wir im dichten Schneetreiben. Nach kurzem Umziehen und Ausruhen setzen wir unseren weiteren Abstieg fort. Von 13.00 bis 15.00 Uhr erreichen alle Teilnehmer das Basislager, ausser Kurt, der sich dazu entschlossen hatte, noch eine Nacht auf C2 zu verbringen, um die Etappe zu verkürzen. Über die grosse Pizza und die Pommes Frites, die wir bei unserer Ankunft serviert bekommen, freuen wir uns königlich.

16.07., Samstag - Schlechtwettertag BC
Über Nacht hat es heftig geschneit, auch zu unserem späten Frühstück tanzen die Flocken noch vom Himmel. Duschen, Ausruhen, Entspannen sind die wichigsten Inhalte, während wir uns überlegen, wie die uns noch verbleibende Zeit genutzt werden kann. Theoretisch wäre es möglich, nach zwei Ruhetagen am 18.7. beginnend noch einen weiteren Gipfelversuch zu unternehmen, dann aber mit der Konsequenz, unmittelbar nach Abstieg vom Berg bereits am nächsten Tag den Rückmarsch über den Gondogoropass unternehmen zu müssen. Auch wird man sehen müssen, was für Niederschlagsmengen am heutigen Tag sowie am Sonntag - für beide Tage sind noch geringe Restniederschläge angekündigt, die sich derzeit als "gar nicht so gering" ausnehmen - hinzu kommen. Die Wettersituation sieht für Montag bis Freitag gut und trocken aus, die Winde werden aufgrund des über SW-Pakistan liegenden Jetstreams etwas höher als zuvor (ca. 50 km/h), aber im Bereich des Möglichen sein. Wir müssen in jedem Fall nochmals auf C3 aufsteigen, um die Lagerkette (C2, C3) abzubauen, bevor die Träger am 21.7. ins BC kommen und am 22.7. zum Passlager des Gondogoro La aufgebrochen werden muss. Dabei werden wir uns die Schneesituation auf C3 ansehen und vor Ort entscheiden, was wir unternehmen.


• Kategorie: Broad Peak & K2 2011
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