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Leidenschaft fürs Leben - Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt


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Freitag - Aufstieg Makalu La
Vom 14.05.10

© by www.goclimbamountain.de
5.00 Uhr wird geweckt, um 8.00 Uhr geht es los. Die Rucksäcke mit der ganzen Ausrüstung sind erdrückend schwer, es hat jeder um die 25 kg - teilweise bis zu 30 kg - auf dem Buckel. Da kann schon etwas Neid aufkommen, wenn man die französischen Bergsteiger mit ihren handlichen "Daypacks" sieht, denen Zelte, Seile, etc. von den Climbing Sherpas hinaufgetragen werden. Aber wir wollten es ja nicht anders haben. Anderseits sind wir auch stolz darauf, uns nicht den Weg von sauerstoffarmierten Hilfskräften ebnen lassen zu müssen. Genau um 12.00 Uhr kommen wir nach dem ersten Felsriegel am mittleren Eisfeld an und legen dort eine Pause ein, um zu trinken und etwas zu essen. 1 1/2  Stunden dauert die Überquerung des Eisfeldes, das trotz kontinuierlicher Firnauflage sehr mühsam zu begehen ist. Bislang ist uns das Wetter hold, es ist sonnig und der Wind sehr gering, so dass es uns in unseren Daunenanzügen schon eher zu warm wird, auch wenn wir alle erdenklichen Öffnungen aufgerissen haben. Der zweite Felsriegel beginnt steil mit dem Blankeiscouloir, dessen Versicherung uns vor 14 Tagen so viel Mühe gekostet hatte. Das Eis ist immer noch hart wie Stahl und spröde wie Knäckebrot, die Frontalzacken finden nur mühsam Halt und müssen sorgsam platziert werden, um nicht abzurutschen. Meter um Meter kämpfen wir uns höher. Zu unserem Leidwesen wird der Wind nun immer stärker und auch Quellbewölkung nimmt uns einige Male die Sicht. Noch einmal 100 Meter höher, dann liegt das steilste Stück hinter uns. Nach einer schmalen Schneeschulter folgen die Fixseile Felsbändern in eine plattige Felszone nach rechts. Kurz vor Erreichen der felsigen Kante des Makalu La kommen uns plötzlich eine Französin und deren Head Climbing Sherpa Chiring Dorje im Abstieg entgegen, kurze Zeit später folgen Joe und Helga. Sie haben den La einige Zeit vor dem Hauptfeld erreicht und festgestellt, dass dort oben 80 - 90 km/h Wind herrschen. Auf unserer Seite sind es wenigstens nur 50 - 70 km/h, doch dort oben auf der ungeschützten Hochfläche besteht nicht die geringste Möglichkeit, ein Zelt zu errichten. Zudem hüllt den Sattel immer wieder dichte Bewölkung ein, so dass die Gefahr, sich auf der konturlosen Hochfläche zu verirren, sehr groß ist. Wir suchen noch einige Zeit nach einer Zeltmöglichkeit auf der hiesigen Seite, doch es will sich kein geeigneter Platz finden lassen. Schnell sind wir auch so ausgekühlt, dass wir handeln müssen. Zudem ist es bereist 16.30 Uhr und die Zeit drängt. Mangels Alternativen entschließen wir uns schweren Herzens zur Umkehr. Auch die französische Gruppe ist bereits geschlossen im Abstieg begriffen. Zügig folgen wir den Fixseilen hinunter, die Daunenanzüge mittlerweile komplett bis zur Kapuze geschlossen. Offen liegende Hautpartien sind im Nu weiß angelaufen, Sturmhauben und Skibrillen müssen aus dem Rucksack gekramt werden. Kurz vor 19.00 Uhr, noch bei Tageslicht, kommen wir vom eisigen Wind ausgelaugt in unserem Hochlager an. Sofort wird der Gaskocher angeschmissen, um die wenige Zeit zum Rehydrieren und Regenerieren zu nutzen. Falls wir am nächsten Tag nochmals einen Versuch wagen wollen, haben wir nur dann eine Chance. Lange Diskussionen, die wir an diesem Abend von Zelt zu Zelt über Funk führen, werden auf den nächsten Morgen vertagt. Wir wollen sehen, in welchem Zustand wir dann sind. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist das Wetter, da es heute deutlich windiger als prognostiziert war. Anja ist heute im unteren Lager 2 verblieben, um sich zu erholen und möchte am Folgetag die Fixseile zum La so hoch hinauf steigen, wie es ihr möglich ist. Nachdem alles unbedingt Erforderliche geregelt ist, sinken wir in einen komatösen Schlaf der Erschöpfung. Nacht rüttelt und zerrt der Sturm an unseren Zelt- wänden, so dass an eine ungestörte Erholung kaum zu denken ist.


• Kategorie: Makalu 2010
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