Projekte und Expeditionen
Hier stellen wir Euch zukünftige Planungen und absolvierte Abenteuer im Detail vor
Laufende Expeditionen könnt Ihr aktuell in den Expeditionstagebüchern mitverfolgen
Eigentlich sollte der Dhaulagiri der erste bestiegene Achttausender werden, da sich die französische Expedition unter Leitung Maurice Herzogs ursprünglich diesen Berg als Ziel gewählt hatte. Indes, als die Expeditionsmannschaft 1950 den Südostgrat und seinen Zustieg vom French Col aus näher in Augenschein nahm, hielten alle Mitglieder diesen Plan für unrealistisch. Stattdessen entschieden sie sich für die 30 km östlich gelegene Annapurna. Der Rest ist Geschichte.
Schon 1951 unternahm der Akademische Alpenverein Zürich unter Leitung Lauterburgs einen erneuten Versuch, den Berg zu besteigen, doch diesmal von Südwesten aus. Nachdem sich die Expedition erst einen Weg durch den dichten Dschungel des Myangdi-Tales gebahnt hatte, musste sie noch den schwierigen Eisfall des Myangdi-Gletschers ersteigen, um zum Fuß des Nordwestgrat des Berges zu gelangen. Über diesen kombinierten Grat erreichte die Mannschaft eine Höhe von 7600 m, bevor sie sich wegen der hohen Schwierigkeit der Felskletterei zum Umkehren entscheiden musste. Nach einem erneuten Versuch 1955 einer deutsch-schweizerischen Expedition über die schwierige und gefährliche NW-Grat-Route, gelangte 1958 schließlich der Schweizer Max Eiselin unter Leitung W. Stäublis an den Berg. Wieder versuchte die schweizerische Expedition den Aufstieg über den NW-Grat. Erfolglos, doch M. Eiselin erkannte in diesem Jahr den NO-Grat als den Schlüssel für einen möglichen Gipfelerfolg. Auf dieser Route wollte er es gleich im Folgejahr wieder versuchen, doch zu spät. Eine österreichische Expedition unter Leitung von Fritz Moravec war ihm bei der Beantragung zuvorgekommen. Nach einem fairen Tipp Eiselins, versuchte es Moravec´s Expedition 1959 tatsächlich über den NO-Grat und erreichte erfolgreich eine Höhe von 7800 m. Ein tödlich verlaufener Spaltensturz und eine Lawine, die das Lager 4 mit sich riss, bereitete der Expedition dann jedoch ein vorzeitiges Ende. Noch im selben Jahr begann Eiselin eine neue internationale Truppe um sich zu sammeln, darunter bergsteigerische Größen wie K. Diemberger, N. Dyrenfurth, M. Vaucher oder A. Elbert. Nach urspünglichen Finanzierungsproblemen erreichte die Expedition schließlich das nepalische Pokhara mittels Schiff, Flugzeug und einer Besonderheit, eines eigenen kleinen Pilatus PC-6 „Yeti“ Passagierflugzeugs.
Dieses sollte dazu dienen, Lasten und Bergsteiger zum Berg zu transportieren, da die Expedition die erforderliche Anzahl an Trägern nicht hätte finanzieren können. So wurden Passagiere und Güter auf direktem Weg zum Dhampus-Pass geflogen, mit einem Höhenunterschied von 4370 m an einem Tag! Nach mehreren vom Expeditionsarzt verordneten Akklimatisationstagen im Lager am Dhampus-Pass ging es mit dem Flugzeug weiter zum Fuß des NO-Grates auf 5700 m Höhe. Doch schon bald fand das Glück ein Ende: Das Triebwerk des kleinen Flugzeugs versagte den Dienst und musste ausgetauscht werden. Durch ein logistisches Meisterwerk traf der Ersatz tatsächlich ein. Bereits wenige Tage später machte die Maschine eine Bruchlandung kurz nach dem Abheben am Dhampus-Pass, verursacht durch den Bruch einer Aufhängung des Steuers. Beide Piloten kamen unverletzt davon. Das Flugzeug liegt auch heute noch einige hundert Meter unterhalb des Passes. Dennoch führten 5 Bergsteiger der Expedition die Route weiter voran, errichteten 5 Lager, davon 3 auf dem Nordostgrat. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch, den Gipfel zu erreichen, errichtete das Team ein weiteres Hochlager auf 7800 m.
Am 13. Mai brachen die Bergsteiger K. Diemberger, E. Forrer, A. Schelbert, P. Diener und zwei Sherpas zum Gipfel auf. Bei bestem Wetter aber tiefen Temperaturen verfolgte die Gipfelmannschaft den SO- oder auch „French Ridge“ benannten Grat höher. Gegen Mittag erreichten alle sechs Gipfelgänger in einigem Abstand den höchsten Punkt und machten sich im Anschluss gemeinsam an den Abstieg.

Zehn Tage später erreichten sogar ihre Kameraden H. Weber und M. Vaucher noch den Gipfel. Ein großer Erfolg und eine überzeugende Team-Leistung.
Momentan laufende Projekte und Expeditionen könnt Ihr tagesaktuell in unseren Expeditionstagebüchern mitverfolgen.



















